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Bei der Haussanierung gestaffelt vorgehen«Oft wird eine Haussanierung falsch angepackt», beobachtet der Berner Energieberater Riccardo Fuhrer. «Es wird ohne Konzept erneuert – was halt gerade anfällt.» Geradezu «klassisch» sei etwa, wenn die Heizung einfach ersetzt werde, ohne dass zuvor die schlechte Wärmedämmung an Fassaden, Fenstern, Kellerdecke und dem Dach- und Estrichboden verbessert worden sei. Ein Anruf beim Energieberater sei mehr als lohnend: «Eine umfassende energietechnische Sanierung zahlt sich in jedem Fall aus.» Den richtigen Weg hat die Familie Ruchti-Nüssli in Uster gewählt. Sie hat zur Gesamtbeurteilung ihrer Liegenschaft eine Grobbeurteilung durch einen «Energiecoach» in Auftrag gegeben. «Wir wollen das Haus für die nächsten vierzig Jahre tauglich machen, damit zu unseren Lebzeiten keine weitere Sanierung nötig ist», betont Hausbesitzer Christoph Ruchti. Zu hoher Energieverbrauch
An der Hausbau- und Energiemesse in Bern kam Christoph Ruchti im Herbst 2008 mit dem Energieberater Riccardo Fuhrer von der Firma CASVITA ins Gespräch. Dieser wurde mit der Erstellung einer Zustandsanalyse des Gebäudes beauftragt. Fuhrer hat nun jeden einzelnen Bauteil auf den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)untersucht und mit den heute üblichen U-Werten verglichen und beurteilt. Der Befund sollte in ein Sanierungskonzept münden, damit sich die Arbeiten und damit natürlich auch die Kosten in Etappen gestalten liessen. Für Christoph Ruchti steht eine pragmatische Sanierung im Zentrum. Ein Minergiestandard wird nicht angestrebt. Denn bei Altbauten gestaltet sich der Einbau von Steigzonen für die Rohre der Komfortlüftung oft schwierig. Schwachstellen Fassade und Keller Keller: Zwar weist die Kellerdecke bei einigen Räumen bereits eine Isolation auf; mit 6 cm ist sie aber zu dünn gedämmt. Einzelne beheizte Kellerräume wie das Webatelier erfordern spezielle Massnahmen. Fassade: Die Fassade mit dem bestehenden Zweischalenmauerwerk mit Luftzwischenraum ist mit einer 16 cm dicken Wärmedämmschicht zu isolieren. Fenster: Die bestehenden Fenster (doppelisoliert, Holz-/Aluminiumrahmen) wurden zwar vor acht Jahren erneuert; Fuhrer empfiehlt aber den Einbau neuer, dreifachverglaster Fenster, womit die Undichtigkeiten in der Gebäudehülle weiter reduziert und die Wärmeverluste der Fenster insgesamt halbiert werden können. Die Wärmebrücken bei Leibungen, Fensterbänken/Stürzen sind mittelmässig bis gut, wie eine Thermografieaufnahme der Stadtwerke Uster ergeben hat. Aufstieg in die nächsthöhere Energieklasse
Sie könnten zudem durch den Einsatz von 6 m2 Sonnenkollektoren – bei einem Warmwasserdeckungsgrad von 60 Prozent – um weitere 9 Prozent auf 3610 Franken gesenkt werden. Der Energieverbrauch würde von 15m3 auf 8m3 Gas pro Quadratmeter und Jahr sinken. Dies schlägt sich bei der Energieeffizienz nieder, die allerdings nur um eine Klasse steigt. Das wiederum hat Christoph Ruchti überrascht, der mehr erwartet hätte. «Wirtschaftlich gesehen ist die Energieersparnis, gemessen an der Investition, gering.» Die Kosten der Wärmeisolation von Aussenfassade und Keller beziffert Fuhrer auf rund 62 000 Franken. Darin sind die Handwerkerkosten (Spengler, Elektriker, Gärtner, Gerüst usw.) noch nicht inbegriffen; sie schlagen mit zusätzlichen 20 Prozent zu Buche. «Stellt man diese voraussichtlichen Kosten der alle zwanzig Jahre fälligen Pinselrenovation der Fassade gegenüber – diese würde jedes Mal rund 15 000 Franken betragen –, so relativiert sich der Sanierungsaufwand», erläutert Fuhrer. Die Familie Ruchti kann überdies von den Subventionen des Klimarappens profitieren, weil zwei der drei geforderten Elemente – Dach, Fenster, Fassade – bei der Haussanierung verwirklicht werden. Das bereits sanierte Dach wird angerechnet. Gestaffeltes Vorgehen Energieberater koordiniert Sanierung Text, Fotos: Stefan Hartmann (April 2009) |